Drei Fragen zur Corona-Schutzimpfung

Neue Virusvarianten, neue Erkenntnisse, neue Empfehlungen zur Impfung – dazu erreichen uns in der Praxis viele Fragen. Die Antworten auf die aktuell häufigsten Fragen haben wir für Sie zusammengestellt.

Wirkt eine Corona-Impfung mit den bisher üblichen Impfstoffen auch gegen die sogenannte Delta-Variante?

Die aktuellen Studienergebnisse sprechen klar dafür. Es gibt bei der Delta-Variante allerdings einen ganz entscheidenden Unterschied: Man ist mit nur einer Impfung gegen die Delta-Variante nicht im selben Maß geschützt, wie man es nach der Erstimpfung gegen die schon länger bekannten Virusformen ist. Vor allem bei der Delta-Variante kommt es also darauf an, die Zweitimpfung nicht zu versäumen, sondern sie im Gegenteil evtl. sogar vorzuziehen. Wir setzen uns deshalb mit unseren Patienten aktiv in Verbindung.

Ich war mit Covid-19 infiziert. Bin ich nun für die Zukunft geschützt, oder muss ich mich impfen lassen?

Von Covid Genesene haben Antikörper gebildet. Sie verfügen also bereits über einen gewissen Schutz. Nach bisherigen Erkenntnissen und wissenschaftlichen Daten lässt die Immunantwort jedoch nach etwa sechs Monaten signifikant nach, sodass eine Auffrischungsimpfung („Boosterung“) für einen ausreichenden Schutz gegen eine erneute Corona-Infektion erforderlich ist. Insbesondere die neu aufgetretene Delta-Variante erfordert eine Verstärkung der Abwehr.

Wer von Covid genesen ist und zusätzlich eine einmalige Impfdosis erhalten hat, kann übrigens seit Kurzem gegen Vorlage eines positiven PCR-Tests und eine Bestätigung dieser Einmal-Impfung den gleichen Impfausweis erhalten wie normal geimpfte Personen.

Warum ändern sich die Empfehlungen der der Ständigen Impfkommission STIKO immer wieder?

Alle Medikamente und Impfstoffe, die in Europa in Umlauf gebracht werden sollen, brauchen zunächst eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittelkommission EMA. Eine Zulassung bedeutet, dass ein Wirkstoff „von guter Qualität“, „unbedenklich“ und „wirksam“ ist – also eingesetzt werden darf und kein medizinischer Versuch ist.

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission STIKO bauen darauf auf. Sie stellen eine wesentlich umfassendere Beurteilung der Lage dar. Die STIKO wägt Risiken und Nutzen für das Wohl der Bevölkerung gegeneinander ab, und zwar laufend – auf der Basis einer immer weiter wachsenden Datenbasis, nach immer neu dazugewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Es ist für unser Wohl ganz entscheidend, dass ein medizinischer Wirkstoff nicht nur einer initialen Prüfung unterzogen, sondern fortwährend kritisch begleitet wird. Dass es Änderungen in den Empfehlungen gibt, ist insofern ein Ausweis, dass die STIKO ihre Arbeit gewissenhaft macht. Dabei ist ihre Unabhängigkeit von politischen Gremien und Herstellern genauso entscheidend wie die wissenschaftliche Exzellenz der ehrenamtlich arbeitenden Kommissionsmitglieder.