Der Klimawandel schafft immer günstigere Bedingungen für die Zecke – und für die durch sie übertragenen Krankheiten. Sind sie gewappnet?
Im Januar bereits mussten wir in der Praxis die ersten Fälle von Krankheiten diagnostizieren, die durch Zecken übertragen wurden. Die immer höheren Temperaturen hierzulande verlängern die Zeit, in der unsere heimischen Zecken aktiv sind, erheblich. Deshalb sind FSME und Boreliose immer weiter auf dem Vormarsch. Nach Aufenthalten in der Natur sollte man sich also das ganze Jahr über genau absuchen. immerhin gibt es gegen FSME, die Frühsommerenzephalitis, eine wirksame Impfung. Nach 10 Tagen Inkubationszeit zeigen 30% aller Infizierten Symptome: Fieber, das bis zu einer Woche anhalten kann, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei 70% derjenigen, die Symptome haben, kommt nach einem vermeintlichen Ende der Krankheit eine zweite Phase: Kopfschmerzen, Erbrechen, neurologische Ausfälle wie Bewusstseinsstörungen oder Atemlähmungen. Meistens spricht man hier von einer Hirnhautentzündung. Für 1% endet diese tödlich.
Ganz einfach: jederzeit. Während man bis vor einigen Jahren noch im Hinblick auf den Sommer gern im Februar/ März impfte, spielt diese Empfehlung nun, da die Zecken ganzjährig aktiv sind, keine Rolle mehr. Aber natürlich halten sich die meisten Menschen in der Urlaubszeit vermehrt in der Natur auf.
Alle, die sich gern in der Natur aufhalten, vor allem diejenigen, die viel zu Fuß unterwegs sind. Oft wird angenommen, dass man sich Zeckenbisse vor allem im Wald holt – die Zecke fällt aber nicht von Bäumen. Sie lauert vor allem auf Gräsern. Tierbesitzer sollten daran denken, dass neue Zeckenarten, die in den letzten Jahren eingewandert sind, aktiv auf Jagd gehen können, zehn Meter weit sehen und die Spur ihrer Wirte auf 100m verfolgen können. Die Gefährdung steigt deshalb beispielsweise für Reiter.
Wer noch nie geimpft wurde, muss innerhalb eines Jahres drei mal geimpft werden. Je nach Alter hat man dann bis zu 5 Jahre Ruhe. Wer bereits geimpft ist, sollte alle fünf Jahre zur Auffrischung kommen, Personen über 60 alle drei Jahre. Je nach Alter wird ein anderer Impfstoff empfohlen.
Die FSME-Impfung ist in der Regel gut verträglich. Häufig treten lokale Reaktionen an der Einstichstelle auf, darüber hinaus gehende spürbare Nebenwirkungen sind selten. Wenige Tage nach der Impfung ist Ihr Schutzschild gegen FSME aktiv. Kommen Sie bei Fragen gern auf uns zu.